Mit Troglodyten in die Zukunft

Bei der Versetzung in das Jahr 2020 waltete große Nachsicht. Trotz mangelhafter Leistungen 2019 finden sich u.a. in diesem Jahr wieder: Lindner, Mohring, Kubicki, Hirte, Spahn, der notorische Maaßen, Klöckner und Baer. Pädagogischer Indulgenz seitens des Weltgeists wegen konnten sie sich nun in das Thüringer Nazi-Kuscheln als Strippenzieher, Gratulanten, Relativierer oder Salami-Taktiker einbringen.
Die Auflistung zeigt, dass weiter am Weltgeschehen partizipieren darf, wer Wähler*innen und Öffentlichkeit für Troglodyten hält: Menschen, die mit wenig Tageslicht im Oberstübchen auskommen müssen und sich daher zum Wahl- und Stimmungsvieh qualifizieren.

„Mit Troglodyten („Höhlenbewohner“) wurden mehrere, auf niedrigerer Entwicklungsstufe als der eigenen stehende Ethnien bezeichnet.“ (Wikipedia)

Nun mag die gedankenorientierte Leserin einwerfen, dass ein wahrer Troglodyt derjenige sei, der als Konservativer 1933 2020 mit Nazis kooperiere und nicht begreife, dass heute eine aufmerksame Gegenöffentlichkeit die Zivilisation beschützt. Zur Verteidigung der Naziwahl-Verteidiger sei jedoch die Vergangenheit angeführt, die solches Troglodytentum nicht geahndet, sondern im Gegenteil an die Macht gebracht hat. Freilich tauscht der an die Macht Beförderte die Echokammer nicht aus, wenn sie das Selbstgesagte im physikalischen Sinn zurück reflektiert. Merke: Wo sich alles um einen selbst dreht, ist man maximal zentriert.

Zirkelschlüsse: eine runde Sache

Nun stellt sich die Frage, ob bei der Versetzung in 2021 das lindnersche Leistungskredo anzuwenden ist. Ja und nein! Dem Zusammenhalt und der Inklusion wegen empfiehlt es sich, auch alle mit geschichtsvergessenem Mindset mit zu nehmen: die, die statt Gutes zu leisten, sich alles leisten.

Kinder sind die neuen Erwachsenen

Klein im Wuchs und unschuldig im Gemüt werden Kinder auf die Welt gedroppt. Das Geworfenheitsprinzip erlaubt ihnen zum Austesten ihrer physikalischen Möglichkeiten, Dinge nach Belieben herunter zu werfen. Das geht in Ordnung, solange wir Großen in der Folge kaputt geworfener Gegenstände neuen Scheißdreck kaufen und die Konsummaschinerie erhalten können. Doch es bereitet uns Erziehungsberechtigten eine Challenge, wenn sich die Geworfenheit auf einmal in Vorwürfen an uns äußert.

Generationenvertrag: Die nächste Generation badet die Suppe aus, die die Altvorderen eingebrockt haben. Eine Abkühlung der Kochwasser-Temperatur findet nicht statt.

Den Steppkes verleiht ihre Existenz im Wortsinne Mündigkeit. Per Artikulation sind sie als Schutzbefohlene der Verantwortung gewachsen, den Planeten zu schützen. Die Dreikäsehochs müssen nun dicke Bretter schultern, aber durch ihre schweren Schulranzen sind sie dies bereits gewohnt. Ihr neuer Aufgabenbereich der Weltrettung beinhaltet insbesondere die Erwachsenenbildung:

  • Belohnungsaufschub: Wer heute alles verbraucht, hat morgen nichts mehr zum Leben
  • Die Grundlagen-Grundlage: ohne Lebensgrundlage lebt es sich schwer
  • Handlungsprinzip: Von Greenwashing wird kein Wald sauber; die warme Luft von Lippenbekenntnissen weht die Klimagase nicht weg, und es wird nicht kühler
  • Kleinkind-Trotzigkeit: Ein Problem wird nicht kleiner, wenn man es aus Widerspenstigkeit größer macht
  • Augen-zu-Dilemma: Ebensowenig verschwindet ein Problem, wenn man die Augen verschließt
  • Die Welt ist kein Game: Im real life beseitigt kein Supertool aus dem Off die Schwierigkeiten. Keine Reset-Funktion erneuert die sensible Environment
  • Argumentationslogik: Ein minderjähriges Mädchen hat nicht Unrecht, weil es ein minderjähriges Mädchen ist

Nun bringt die anstehende Machtübernahme der Kinder unbestreitbar Vorteile mit sich: Die Rotzlöffel müssen nicht mehr Zähneputzen und ins Bett gehen. Sie werden spielerisch mit Themen wie Krieg, Nahrungsverteilung und Vermüllung umgehen.

Um es kindlich-einfach zusammen zu fassen: Das Kind muss sich am eigenen Schopf aus dem Brunnen ziehen, in das wir Erwachsene es haben fallen lassen. Als Eltern müssen wir hoffen, dass es nach unserer Rettung keine drakonischen Strafen seitens der Blagen hagelt. SUV-Verbot ist wahrscheinlich nicht zu vermeiden, aber rund um die Uhr TikTok-Videos gucken müssen, um keinen weiteren Schaden anzurichten, das wäre echt zu krass.

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Trockenheit macht nassforsch

Trockenheit verursacht nassforsche Diskussionen über ihre Ursachen. Ist es Poschardts Porsche, das allgemeine Verheizen der Natur, der trockene Witz darüber oder Wassermangel? Dilemma: Die Hitzigkeit des Diskurses erfordert eine kalte Dusche, was noch mehr H2O verbraucht und die Dürre weiter befeuert. So reicht das Wasser nicht mehr für die Verwässerung der offensichtlich gebotenen Wende. Fatalerweise ist damit die Ökodiktatur nicht mehr zu verhindern, und es drohen spartanische Verhältnisse (Golfplätze ohne Wasserhindernisse).

Stimmt das? Steht der Mensch mit beiden Beinen im Sumpf, ist Wasser überflüssig.

Befolgt man die allerorten mit heißer Nadel gestrickten Tipps gegen die Hitze, ist der Sommer in trockenen Tüchern. Ha ha, schade, doch es gilt auch: Aus der Hilflosigkeit geborene Maßnahmen verhindern den Hitzschlag, wenn man sich zwischen dicken, kühlen Mauern aufhält.

Durststrecke
statt
Zitat

Immerhin, ein Text, der lange dahin geplätschert, versiegt irgendwann. Erreicht ist das bestmögliche Debattenniveau, sobald der Mund ausgetrocknet und das Palaver verstummt ist. Schwüle Dieselluft, Feinstaubhäufchen, hatschi.

Krieg und Frieden auf der Straße

Es mangelt nicht an Friedenswillen: Porschefahrerinnen fassen das Steuer mit Samthandschuhen an; Radler nehmen jedwede Abkürzung, um die Risikozeit eines Unfalls zu verringern; und Fußgänger schieben schützende Gelände-Kinderwägen vor sich her. Konfliktpotenziale werden auf Stickern offen angesprochen: Ich mag keine Kinderschänder,  „s gladscht glei!,“ „ich besame hier die Hood“ (o.s.ä.).

Kommt es dennoch zu einer Kollision, zeigen sich die Unfallpartner gesprächsbereit und tauschen ihre Emotionen gut hörbar aus. Sogar bei Fastunfällen warten Unbeteiligte mit einer Gratis-Schuldanalyse auf.

Autofahrer tippen sich auf die Stirn, um den Verkehrpartner vor Kopfverletzungen zu warnen. Fußgänger geben stehenden PKW eine Ansprunghilfe per Fußtritt.

Begrüßenswert auch die Friedensinitiative der Industrie, Radfahrer und Fußgänger per Motor und Elektro-Skootern hochzurüsten und damit die Chancen anzugleichen. Zudem hebt so ein E-Brett den Pedisten auf SUV-Niveau, wodurch man sich beim Aufprall auf Augenniveau begegnet.

Es gäbe noch viel zu erwähnen: eigeninitiatives Bike-Sharing bei überwindbaren Fahrradschlössern; Männer, die ihr Fahrwissen selbstlos Frauen zur Verfügung stellenSUVs, die Gefährder von der Straße rammen, u.u.u.

Sollten auf der Straße doch mal ungute Vibrationen entstehen, gilt: Wir brauchen ein ausgewogenes Gegeneinander sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Erst wenn Autofahrer, Radler, Fußgänger und Tretrollerinnen gleichermaßen sauer aufeinander sind, kann Frieden auf unseren Straßen einkehren.

Schicksal: alles determinierendes Drehbuch der Natur

Das Bewusstsein von uns Menschen ist nur eine Benutzerillusion. Diese Selbsttäuschung ermöglicht, als Individuen zu agieren und Verantwortung für das Handeln zu übernehmen, als gäbe es den empfundenen freien Willen wirklich. Das Bewusstsein darüber, dass Denken und Handeln determiniert sind, so möchten uns die Ergebnisse wissenschaftlicher Experimente einreden, fördere antisoziales Verhalten, denn wo kein freier Wille, da keine Schuld und keine Empathie. „Bewusstsein“? merken Sie was?

„Das Sein ist dem Seienden ein Dasein, bevor der Seiende im Sein ein Gewesener war.“ (Martin Heidegger, ähnlich)

Um nun das Konstrukt des schuldigen Menschen zu retten (es stammt aus dem Märchenbuch Bibel), wird im Kompatibilismus die Kausalität vom Augenblick einer Entscheidung  zurück geschoben: Schon alles Frühere, all unsere Gene und Erfahrungen; alles, was je auf uns eingewirkt hat; übe Einfluss aus und ermögliche uns, im Sinne unserer Überzeugungen und Werte zu handeln. Dieses Argument ähnelt dem Bergsteiger, der zehn Meter unter dem Gipfel scheitert und die Natur dafür verantwortlich macht, dass sie ganz oben noch einen Felsen draufgestellt hat.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wir kommen aus dem Marionettentheater nicht heraus, in dem das Drehbuch der Natur noch jedes Atomzucken bestimmt.

Fortunas Wirken ist die Lotterie des Lebens. Ohne Los nichts los.

Nachdem uns die Vorherbestimmung diese Einsichten ins Gehirn gepflanzt hat, können wir unser Wissen sogleich anwenden:

  • Der Vertrag meines Leasing-SUV läuft nach drei Jahren ab. Ich hole mir einen nagelneuen. Schicksal.
  • Menschenleben im Mittelmeer werden öffentlich verhandelt, Menschenretter kriminalisiert. Schicksal.
  • Wir Menschen krempeln den Planeten so um, dass es am Ende für uns selbst knapp wird. Schicksal.
  • Gentrifizierung überkommt die Städte. Über das Menschenrecht zu wohnen entscheidet der Markt. Schicksal.
  • Allein kann ich nichts bewirken. Deshalb lebe ich meinen Hedonismus aus. Schicksal.
  • Ich tue dies, aber mit einem smarten  Augenzwinkern, denn ich meine es total ironisch! Schicksal.

Sie spüren jetzt am Ende dieses Texts unschöne Dissonanz? Ihnen missfällt der Sarkasmus, und Sie trachten danach, dem Autor dafür an die Gurgel zu gehen? Kein Problem, weil Schicksal!

Mitmachen bei der Weltrettung, Tiere!

Mensch, Tiere! Dass Euch die Frage nach der Zuständigkeit für die Weltrettung nicht erreicht, das habt Ihr mit Eurer Leseschwäche ja fein eingerichtet. Statt Eurer sollen wir Menschen die Welt alleine richten, dabei sind wir nur eine von acht Millionen Arten. Damit nicht genug, entziehen sich viele von Euch Tieren durch Aussterben (Folge ungenügender Nachhaltigkeit!) auf nimmerwiedersehen der gemeinsamen Aufgabe aller Gattungen. Dieser Speziezismus  macht einen als Mensch fuchsteufelswild.
Dabei sind die Möglichkeiten, sich konstruktiv einzubringen, so divers, wie Ihr Tiere es seid. Zitterwale: spendet Strom, Rinder: betätigt Euch als Leibeswind-Kraftwerke, Regenwürmer: engagiert Euch in Trockenzonen!

Verursacherprinzip: Der Mensch habe mit seiner kognitiven Überlegenheit die Zerstörung des Planeten alleine bewerkstelligt. Merken Sie was?

Die Existenz verpflichtet jedes von Euch Tieren zu Engagement gemäß Veranlagung. Wer nichts kann, kann wenigstens keinen Schaden anrichten. Elefanten mögen sensitivere moves pflegen, Vögel weniger fliegen und Winterschläfer den Schlaf auf den Sommer ausdehnen. Biber säen für jeden gefällten Baum einen neuen. Unsolidarische Fleischfresser,  Löwen, Vielfraße, Orkas steigen auf Lichtnahrung um. Hungernde Tiere machen aus ihrer Not eine Tugend und ernähren sich von Plastik. Gattungen, die am Gabentisch der Natur hungernd versagen, passen  sich einem anderen Himmelskörper an, Vorbild Mondfisch. Und Ihr übrigen Totalversager im Tierreich, tragt wenigstens ein Umweltsiegel!

Wettern wider widriges Wetter

Gegen nichts lässt sich so trefflich wettern wie gegen das Wetter. Wie vom Blitz getroffen poltern Menschen gegen Wetterkapriolen wie Schnee im Winter. (Stimmt nicht: Blitzgetroffene verhalten sich i.d.R. sehr ruhig!) Wetterkritik als verbales Donnerwetter ist wahlweise Schicksalsschelte oder die Forderung nach besseren Chemtrails. Dafür wird gegen Petrus, bei Jesus noch der Gutwettermacher, später in Gestalt seiner Blase für jedweden Niederschlag hinieden verantwortlich, heute kaum noch abgelitert.

Bei fürchterlichem Wetter tritt laut Volksmund nicht mal der Hund aus. Muss ja auch nicht, wenn es bereits Hunde und Katzen regnet. Doch auch schönes, mittleres und praktisch gar kein Wetter ergibt ein Gesprächsthema. Wann immer uns Menschen nach einer erkenntnisfrei dahin plätschernden Konversation ist. Wer lieber streiten möchte, kann das Thema vertiefen, indem sie bestreitet, dass es ein Klima gibt o.s.ä. .

Ist der Bauernkalender durchweicht, stand Regen im Haus. (Bauernregel)

Auch ist die Windigkeit des Wetterjournalismus nicht an Sturm und Hagel gebunden. Und die Wortwahl ebenso verhagelt, wenn es heiß ist. Umgekehrt braucht es keine „Heißzeit“, um das Sprachzentrum auszutrocknen; jedoch eine „Frostfront“, damit die deutsche Armee mal in der Kälte obsiegt. (Der Obersalzberg ist eine exponierte Location dafür.) Merke: Meteorologie ist, wenn etwas in die Berichterstattung einschlägt. Eine Wetterleuchte wäre ein Sonnenschein.

D’rum mögen sich die Wettervorhersager nicht weiter aus dem Fenster lehnen als mit der Prognose: Es wird wettern! Sonst könnten sie nass werden. Sonst droht der mediale Donnergroll „wehe, es weht doch!“; und die Gewitterziege kommt womöglich ihrer Bestimmung nach.

Champion der Evolution: das starke Auto

Autos machen einen zum Autor automobiler Wünsche und sind Vehikel der Erfüllung dieser. Frisch aus dem Werk bewerkstelligt ein Auto den Sieg beim Wettbewerb auf der Straße. Ein Kraftfahrzeug gewinnt jeden Unfall gegen Radfahrer und Fußgänger. (Mobilitätsfeindliche Pedisten und Veloiker kommen ohnehin nicht weit.) Bei Karambolagen zwischen Autos obsiegt die stärkere Karosse. Die natürliche Selektion dabei ermöglicht es dem Auto, für den Straßenkampf immer noch stärker zu werden. So schützt heute der gepanzerte SUV Fahrer, Familie und Biowein, indem er Billigautos samt ihrer unfitten Insassen von der Fahrbahn mendelt.

Faktum: Ein Duell zwischen einer Kutsche mit zwanzig Pferden und einem Auto mit zwanzig PS würde das Auto für sich entscheiden.

Indes schickt sich die Globalisierung an, das evolutionsgestählte deutsche Auto mit Elektro-, Klein- und Teilautos zu bedrohen. Dabei sind im Zweikampf Elektroautos schwach, Kleinwagen  genau: klein, und Car-Sharing konzentriert das Unfallrisiko der Insassen, statt es auf viele PKW zu streuen. Selbst im Unfall-Fall ist für den PS-Bewussten kein großer Schaden zu erwarten, im Gegenteil: Wer sich gegen ein volles Discountauto durchsetzt, vergrößert sein Selbstbewusstsein. Der Wagen wird zur Verlängerung des Körpers, ja: qua mentaler Repräsentation in den Körper integriert. Vermöge des gewonnenen Selbstbewusstseins fahren im individuellen Kraftfahrzeug nun drei Personen mit: me, myself and I. Wo der Mann sonst durch die weibliche Penisgrößen-Erwartung Erniedrigung erleidet und in der Folge den Weltfrieden gefährdet, im Straßenverkehr erfährt er Satisfaktion. Friedensbringender Automobilist!

Diesen Segen freilich bedroht die ausländische Idee des „autonomen  Fahrens“ (vgl.: Autonome).  Der mündige Bürger am Steuer soll seiner Autonomie beraubt und zum Statisten hinter der Mahagoni-Armatur degradiert werden. Dass der Autopilot das Denken beherrscht, ist richtig; das Handeln, das Fahren aber darf sich niemand aus der Steuerhand nehmen lassen! Tod unserem deutschen Auto? eher stirbt Deutschland.