Mit Pornfood die negativen Klima-Vibes vernaschen

Klimaschutz muss ja Spaß machen; und ein Klima, das keinen Spaß versteht, braucht nun wirklich kein Mensch. Das Klima muss bei seiner Rettung kooperieren, und es tut es: Besonders, wo die Sonne sehr warm scheint, genießen Menschen die Zwei- und Mehrsamkeit und lassen andere daran teilhaben, indem sie ihr Treiben filmen. Die Beischlaffilm-Nehmer setzen den Sahmen für Bäume; und aus Bäumen erwächst die Fantasie einer Welt, in der man auch morgen noch leben kann.

Nun ist einem nicht ständig nach Pornos, und zwecks Waldwachstums den Rechner alleine Sexfilme gucken zu lassen, bereitet kein Vergnügen. Wie gut aber, dass die kränkliche Natur das Bedürfnis regelmäßigen Essens geschaffen hat, und der Appetit auf Leckernis auch nach dem millionsten Rezept nicht gestillt ist. Ja, die Lustbarkeit auf Verschlingbares ist dauergeil, und die Betroffenen nennen sie Pornfood. Ekel und Hass erwecken nur nicht lackierte Gerichte.

Wäre Foodporn wörtlich gemeint, würde Essenden der Appetit vergehen.

Speisefotos lassen sich noch beschauen, wenn der Magen sich weiterem Essen verschließt und keine Pfauenfeder mehr hilft. Foodporn-Bilder kühlen nicht aus, ihr Konsum ist dauerhot, und die Weltrettung reüssiert durch Wirtschaftsleistung. Wer also pflanzt Bäume als Gegenleistung fürs Essengucken? Ich gehe gerne mit gutem Beispiel voran und säe einen klimaneutralen Baum, wenn tausend Menschen hier ein Foto eines Baumkuchens posten.

Sich mit gemein Meinenden gemein machen

Ob informiert oder nicht, jeder hat das Recht auf eine Meinung. Der Denkschwache darf nicht auch noch Meinungsschwächling sein, eine Auffassungsschwäche einer Auffassung nicht entgegen stehen. Die braucht keine Argumente, aber eine Minderheit, auf die sie abzielt: Migranten, Engagierte, Verstandbenutzer. Eine negative Anschauung resultiert aus der Augenscheinnahme des Gegenübers, was aber des Guten (!) zu viel ist, wenn Verständnis das Vorurteil zu zerstören droht.

Eine Ansicht sollte ohne Ansicht der betroffenen Personen entstehen. Was man denkt glaubt weiß (!), bedarf keiner Prüfung, aber einer lauten Äußerung.

Meinen heißt nicht von ungefähr auch urteilen, ein Urteil über jemanden fällen. Die Einstellung zu einem Sachverhalt (Ist es erlaubt, Menschen zu retten? Sind Gutmenschen schlecht?) hat kein Gemeinplatz, jedoch im Sinne der Kontroverse gemein zu sein. Eine laut artikulierte Meinung findet Gehör, wenn man dazu noch meint, dass man seine Meinung nicht sagen dürfe. Widersprüche sind kein Problem, solange nicht widersprochen wird.

„Was heißt hier Gegenargument? I brauch‘ ja gar kein Gegenargument, i bin ja selber dagegen.“ (Gerhard Polt)

Dreißig Jahre Neoliberalismus und die Meinung, die waltende Realität sei alternativlos, haben eine riesige Nachfrage nach Gegenmeinungen erzeugt. Da dürfen der Stillung des Nachholbedarfs keine mentalen Sicherungen entgegenstehen; Anti-Sein, aber nicht gegen Anti-Sein sein. Leitlinie: mit seinem Dafürhalten dagegen halten!

Wahre Toleranz zeigt sich im Ertragen der Intoleranten. So konnte bekanntlich das Dritte Reich verhindert werden.

Die gemeine Meinung also hat Gemeinheit, aber nicht die Allgemeinheit zum Ziel. Das gemeine Volk kann nicht wissen, dass der Geist, den es aus der Flasche lässt, danach sein Unwesen treiben wird. Seitens der Politik muss ein Werben für die Zivilisation zugunsten des Verständnisses fürs Unverständnis unterbleiben.
Schlussendlich darf alles gemeint werden, außer „es ist nicht so gemeint“!

Das Mimikry des Mimimi

Die grassierenden Unverträglichkeiten von Histaminen, Hautcremes und Fußball-Niederlagen haben auch ihre Schokoladenseite: mehr Toleranz gegenüber Überempfindlichkeit! Die allgemeine Verletzlichkeit, sie wird nicht angetastet, doch feinfühliges Nachdenken fördert das Gespür, dass die Welt noch nicht hinreichend für die Vorzüge der Komfortzonen sensibilisiert ist. Die Einhaltung ihrer Grenzen schützt vor der Konfrontation mit dem Lebensrisiko. Besser als an den Wunden des Lebens leckt man an dem Zucker, den man sich selber aufs Brot schmiert.

Bei dünner Haut hilft Einpacken in Watte, besser noch in Zuckerwatte.

Das Seelchen von heute nimmt Kritik nur an, wenn sie weich in Lob gehüllt ist. Ein psychologisches Gesetz garantiert diesen Anspruch. Hartes Lob und zarte Kritik! Die falsche Bestärkung relativiert den Tadel herunter, wodurch der Änderungsbedarf im beanstandeten Handeln minimal ausfällt.

Über- oder Unterempfindlichkeit, hauptsache man stößt sich an Begrifflichkeiten!

Wir Menschen wären von Natur aus anpassungsfähig und antifragil, doch die Tarnung als Mimose auf zwei Beinen zum Selbstschutz vor dem Leben ist ein nützliches Mimikry. Der Sensibilismus schützt uns davor, stärker zu werden. Hä? Ja, nämlich vor dem Ausbilden einer Stärke, die uns in der Forderung „Stärke zu zeigen“ zum Bumerang gereichte. So kämen wir noch in die Verlegenheit, Konflikte auszutragen statt sie gepflegt zu vermeiden  — man denke nur an die Rettung des Planeten.

Tassenpflicht in deutschen Schränken!

„Hast du sie noch alle?“ Diese Frage ist oft berechtigt, lässt aber offen, ob die Tassen im Schrank oder die Latten am Zaun gemeint sind. Alternativ kann auch ein Sprung in der Schüssel vorliegen und selbst bei vollem Lattenbestand ein Lattenschuss, den der deutschende Hausbesitzer nicht gehört hat. Schallschutz bewahrt diesen vor Stimmen der Vernunft, und so hat so einer einen Schuss, gar viele Schüsse, um die innerste deutsche Grenze, seinen Gartenzaun, vor dem schutzsuchenden Zaungast zu schützen. Die Zivilisation bleibt außen vor.

Wer sich in die rechte Ecke stellt, braucht da nicht hingestellt zu werden.

Sowieso ist Haben und Nichthaben — Haus, Waffen, ein Herz aus Stein  —  ein wichtiges Thema im deutschen (An)wesen. Dialektik dazu: Hass haben, aber keine Grenzen bei dessen Auslebung. Weghauen ist Ausdruck von Hau weg haben.

Die einen Teutonen haben eine Meise, die anderen jedoch ihre fünf Sinne nicht beisammen. Bei noch anderen ist der Dachschaden gleichgerichtet: Ein Knacks weg geht mit ein Rad ab einher. Und eine Schleife zu viel Wortspiel verheddert die ganze Sprachakrobatik!

Wer sein deutsches Haus überbestellt und das zusammen gezimmerte Unwissen anderen einhämmert, hat selbst, natürlich, einen Hammer, und in der Folge ein demoliertes Oberstübchen. Generelle Gebrauchsanweisung: Die eigenen Schrauben locker, aber damit den Diskurspartner Streitgegner auf Unwissenheit in Dübelfragen festnageln!

Des einen nicht bei Trost sein ist der ander’n Trostbedarf. Der Tritt auf das Opfer Resultat des Schlags, den der Täter hat — und diesen zum selbstgefühlten Opfer macht. Als Opfer des Schusses in die eigene Socke.

Schnellgerichte: Fastfood der Strafjustiz

Aus dem Vakuum des Magens stößt es auf, Speichel tropft aus den Lefzen; klappernde Zähne, spitz darauf, sich in Gemüse Fleisch zu graben, es in  Stücke zu reißen. Ja, Heißhunger ist ein Affekt und ein Schnellgericht dafür da, ihn zu befriedigen. Frisches Essen wie frisch Beschuldigte gehören subito verschlungen. Nur so gibt der Magen Ruhe, kann sich Rechtsfrieden einstellen, geben die Rechten Frieden. Wenn vom Schnellgericht der Mordshunger gestillt, die Exekution vollstreckt ist, braucht es keine Selbstbedienungs-Theken mehr, und die Aggrobürger verzichten auf Selbstjustiz (am dann Hingerichteten).

Liquidation ist kein Grund zu Pessimismus: „De Woch fangt scho guat o!“ (Räuber Kneißl am Morgen seiner Hinrichtung)

Wer sich per Liquidität einen gewieften Anwalt leisten kann, ist imstande, die Liquidation noch abzuwenden (USA).

Doch, mag die der Zivilisation verpflichtete Bürgerin einwerfen, wo bleiben da die Ratio und der Rechtsstaat mit seiner Unschuldsvermutung und den langen Garzeiten für Gerichte, um richtig zu urteilen? Wann ergreift die Slowfood-Bewegung auch Besitz von Rechtsaußen? Ist das Kochen eines lebendigen Hummers reversibel, wenn sich dieser als unschuldig erweist?

#Mussmannichtwissen
Kausalität ist nicht gleichzusetzen mit Schuld. Wenn ein Heimatvölkling einen Heustadel abbrennt, verurteilt das Gericht nicht das Gewöhnliche, den Gewohnheitstäter der Sonne, die das Gras zu Heu vertrocknet hat; sondern den Völkling dafür, dass er im Stadel Fackellauf trainierte.

Eher nein! Und für die Hassgefühle besorgter Bürger gilt: Schon beim Brodeln siedet das Falsche auf, Weichkochen funktioniert nicht, und der Herd bleibt besser ganz kalt, damit der Herdentrieb die fressaffine Meute nicht anfeuert.

Ich esse, also bin ich

„Man ist, was man isst.“ Schon der unselige Franz Josef Strauß bekam diese tausendfach durchgekaute Klokalender-Weisheit für seinen dem Schweinefleischkonsum angelehnten Look um die Ohren gehauen (von einem Moslem). Heute sind wir Menschen so weit, dass wir durch unsere Ernährungsweise Äußeres wie Inneres steuern können.

So stiftet Essen Superfood tolle Placebo-Effekte und Verachtung für alle, die andere Kalorien zwischen die Kauleisten schieben. Bereits vegane und mit überteuertem Biofood angefütterte Dreikäsehochs Steppkes wissen ihre prekären, Fleisch essenden Kindkollegen zu verachten. Der despektierliche Blick eines dreijährigen Aroniabeer-Apologeten auf den gummibärkauenden Mitknirps besagt „ich fresse dich!“. Essen ist als Distinktionsmerkmal so wirksam wie Baklawa gegen Unterzucker.

Ayurvedische Ernährung: ausgewogene Harmonie der Geschmacksrichtungen Zucker, Fett, Salz, Alkohol, Glutamat und Kohlehydrate.

Essen, liebe Essende (Mahlzeit!), spendet neben all dem, was es an Stoffen enthält, ganz, ganz viel Sinn. Fette, Eiweiße, Weizen u.u.u. – in welcher Form was gut oder schlecht ist, bietet mehr Interpretationsspielraum als Alfons Schuhbecks angebliche Kocherei. Die Liebe zum Streit übers Essen, sie eint uns und hält die Gesellschaft zusammen.

Kochideen:

Wer sich dennoch, liebe Vegetarier, Veganer und Alimentarier unter Ihresgleichen nicht individuell genug fühlt, die schmiere den anderen in der food group die Unverträglichkeiten aufs Brot. Hier ist, anders als auf dem Teller*, mehr stets mehr!

Nachhause-mitnehm-Botschaft für die Tupperschüssel: Essen ist die bessere Religion, weil es das Heilsversprechen schon für das Hier und Jetzt gibt.

 

* Mehr ist mehr oder weniger nicht so gut.

 

Disclaimer: Diese Text war bereits auf Kummerkomik erschienen und wurde nun (auf kleiner Flamme) aufgewärmt.

Gut aussehen mit Lookism

Ist Lookism erlaubt, wenn einer ausschaut wie Philipp Amthor? Wenn die Mimik des Spätgeborenen bereits die Jungen in der CDU uralt aussehen lässt? Wenn dieser aber eher in der Rolle, für die er seinen Kopf hergibt, als in persona unsympathisch ist? Wenn anders’rum jener welche halt aus der Wäsche guckt, wie vom Klischee gebacken, und damit das Altbackene der CDU vor Augen führt? Ist es statthaft, das schablonensmarte Aussehen zu betrachten, wo der Hingucker sich sein Image mit der Blümchenkanne selbst einschenkt? Und die Klaviatur der Phrasen bereits wie ein alter Meister beherrscht? Anders gefragt: Fresse halten, wenn so einer die Fresse hinhält?

„Das sieht nicht aus!“ (Volksmund) Ist Unansehnlichkeit nonexistent oder Nonexistenz?

Ziemt es sich, einen Elfmeter reinzumachen, der zwar ein Tor für die Gerechtigkeit ergäbe, bei dem jedoch eine wohlgepflegte Locke Torwart Amthor die Sicht raubt?
Lässt man dennoch Lookism durchblicken, in welchem Licht lässt es einen erscheinen? Und welche Fragen wirft diese Frage auf?

Wer sich nun frägt, warum er jetzt viele Fragezeichen im Gesicht trägt, frage sich noch bitte, was dies über die Beherrschung seines Mimenspiels verrät. Gibt es Tiefe in der oberflächlichen Betrachtung? Besitzt umgekehrt die deepeste Ebene selbst eine Oberfläche?

Gesünder mit dem Golden-Age-Syndrom

Wir Menschen von heute können unsere Erinnerungen nach Belieben verschönern und mit dem Vintage-Filter des wishful thinking in die schönsten, nie dagewesenen, Retrofarben hüllen. Positiv gefärbte Erinnerungen schenken uns Glück im Hier und Jetzt, wie Positivpsychologen und der Universalgelehrte Dr. Hirschhausen bestätigen. Das selbstgemachte Glück, der positive Relaunch der Vergangenheit, gelingt dabei umso besser, je schlechter die Gegenwart performt.

Wir sind, was wir denken, glauben, hassen lieben. So bin z.B. ich qua Nachkolorierung meiner Vergangenheit eine intellektuelle Größe und ein Sternekoch der Premiumsprache. Doch Pessimisten haben sich einen perfiden Begriff ausgedacht, um Positivisten wie mich zu diskredieren, ja: zu pathologisieren. Sie klatschen einem das Etikett „Golden-Age-Syndrom“ an die Stirn.

Goldener Lipgloss: Lippenbekenntnis zu Glamour, goldenes Pearcing: Hautbekenntnis zu Edelmetall.

Negativisten verweigern sich dem Golden-Age, der Ex-post-Heilung Berichtigung der Vergangenheit und bleiben unweigerlich ein Sauertopf und Trauerkloß in Leberwurstsoße. So will uns der Schafschwärzer Glücksverleugner Dietmar Wischmeyer weismachen: „Früher war es anders scheiße“. Ja doch, Wischmeyer hat recht, aber anders als er denkt. Früher konnte man nämlich Scheiße nicht in Gold verwandeln; Alchemie war noch kein Studienfach, sondern Aufgabe der allerdings in  ihrer Berufsausübung behinderten Hexen. Heute gibt es Biogas, hipster sales u.u.u.

Das Golden-Age-„Syndrom“ optimiert unsere Geschichte, macht sie im Perfekt perfekt: Alles ist super gewesen! Betroffene Begünstigte im fortgeschrittenen Stadium auf Experten-Level mögen sogar die 1980er eine Dekade, die sich Zeitzeugen als Prügelstrafe für Augen und Ohren darbot. Und wo das Bewusstsein das Sein macht, wer hat tatsächlich die beiden Weltkriege gewonnen, hm? Es hätte keinen relativierenden Guido Knopp gebraucht, der wie alle anderen behauptete, dass Hitler ein Nazi gewesen sei.

Jetzt mag der notorische Mitdenker dazwischen grätschen: Was nützt es den Menschen der Vergangenheit, wenn es erst heute gelingt, die alten Zeiten zu heilen; wenn das Heute erst morgen gut ist? Ganz einfach: Zukunftssicherung! Damit die nächste Generation etwas zum Schöndenken hat, wie sollten die heutigen Zeiten demzufolge sein? Na, schnackselt schnackelt es im Hirnkastel? Welche Verschwendung also wäre es, Lebensenergie für die sogenannte Realität auszugeben, wenn bereits feststeht: Die heutigen Zeiten werden gut gewesen sein!

Spendierhosen ja, aber von Gucci!

Schenken bedeutet, etwas ohne Erwartung einer Gegenleistung abzutreten. Doch gilt nur als Leistung, was sich in Geld bemessen lässt, worunter eine ideelle Vergeltung nicht fällt. Auf Dankbarkeit also hat die Schenkerin sogar einen moralischen Anspruch. Der zehnfachen Millionärin ist für eine Spende von hundert Euro zehn mal so viel Dank geschuldet wie dem Hartz-IV-Empfänger, der von hundert Euro Vermögen zehne abgibt (Beweis: Grundschulmathematik).

Karmapunkte als Ersatz verschieben die immaterielle Belohnung auf später. Daran ist zu kritisieren, dass die Edelleute, die Millionen in den Klingenbeutel Notre Dames gedropped haben, erst im Paradies für die Seelenrettung Frankreichs entlohnt werden; dass den großherzigen Megaspendern nach Wiederaufbau der Premiumkathedrale als Entschädigung eine persönliche pray lounge und eine Dachterrasse mit heaven view zustünden.
Wer dies nicht nur negiert, sondern aus Neid auf die Leistungsträger und ihre hart erarbeiteten Millionen Kirchen- und Obdachlosenrettung gegeneinander auspielt, der sei gefragt: Was ist wichtiger, Leibes- oder Seelenheil?

Lohn für Wohlfahrt aus Altruismus und Philantropie: eine Seifenspende für die schmutzigen Hände

Große Hilfe findet im Großen statt. Bill Gates beispielsweise schenkt der WHO nicht nur Milliarden, der IT-Spezialist stiftet auch sein medizinisches Weltwissen, erstellt die Charts der zu bekämpfenden Krankheiten und lässt kranke Konzerne mitheilen.

In einer Welt, in der manche Konzerne mehr Geld haben als die meisten Staaten, gehört die Weltrettung selbstredend privatisiert. Das Soziale ist privat in den besten Händen: Am privat finanzierten Charity-Buffet wird gegen den Welthunger angeschlemmt. Die Ärmsten der Armen danken das ausdauernde Engagement mit einem ideellen „vergelt’s Gott“. Immerhin!

Schulkinder aufgemerkt: ein gutes Lernklima reicht!

Die Schule ist Schule des Lebens: Druck erfahren, Druck aushalten, Leistung bringen, Klappe halten. Die Lehrer-Jury benotet evaluiert die Performance beim Binge-Learning, und so lernt die Pennälerin auch außerhalb des Faches Mathematik die Lektion: Ich bin Mensch, weil man meinen Wert in Zahlen angeben kann. Zahlen, die sich darin auszahlen, wie viel Bruttosozialprodukt ich später herstellen werde. Sinn des Lebens ist es, zu funktionieren und ein durchoptimiertes Rädchen im alternativlosen System aus Arbeit und Konsum, Brot und Spielen zu sein.

Nun blicken viele Kinder dennoch hinter den Tellerrand der Schulspeisung. Sie horten sich zusammen, weil sie sich nicht mit einem guten Lernklima zufrieden geben. Nein, sie möchten gut Wetter machen für weniger Erwärmung! Dies wäre zu begrüßen, richtete sich der Schülerprotest gegen die Erwärmung der Herzen für Lernschwache.

„Minderjährige können gar nicht ermessen, wozu es gut ist, wenn wir Erwachsene ihnen einen beschädigten Planeten hinterlassen.“ (Deutscher Erwachsenenschutz-Bund)

Blagenseits protestiert man besser gegen Unterrichtsreste, die „selbstständiges Denken“ fördern. In jedem Fall hat die Aufruhr nach Unterricht, Hausaufgaben und Förderfreizeit stattzufinden. (Revolutionen wurden historisch stets gemäß einer strengen Ordnung ausgetragen.)
Es ist löblich, dass die Revoltekids statt „einfach Kind zu sein“ (wozu?) ihre ansonsten Lebenszeit verschwendende Kindheit freiwillig für etwas dran geben, das Erwachsene tun. Besser als zu demonstrieren wären aber beispielsweise das Sammeln sinnfreier Weiterbildungs-Zertifikate und arbeiten.

Merke: Beim Klimaschutz genügt ein Sturm im Wasserglas.

Botschaft für den Schulweg, liebe Kinder: Engagement ja, jedoch nicht für Baumschulen, sondern für Lernen mit eichenharten Sanktionen! Boykott des Lernens ist nicht entschuldbar, wohl aber Boykott der Lernschwächlinge. Und zuletzt, liebe Rotzpiepen: Vorsicht vor Schwänzen!