Klein im Wuchs und unschuldig im Gemüt werden Kinder auf die Welt gedroppt. Das Geworfenheitsprinzip erlaubt ihnen zum Austesten ihrer physikalischen Möglichkeiten, Dinge nach Belieben herunter zu werfen. Das geht in Ordnung, solange wir Großen in der Folge kaputt geworfener Gegenstände neuen Scheißdreck kaufen und die Konsummaschinerie erhalten können. Doch es bereitet uns Erziehungsberechtigten eine Challenge, wenn sich die Geworfenheit auf einmal in Vorwürfen an uns äußert.

Generationenvertrag: Die nächste Generation badet die Suppe aus, die die Altvorderen eingebrockt haben. Eine Abkühlung der Kochwasser-Temperatur findet nicht statt.

Den Steppkes verleiht ihre Existenz im Wortsinne Mündigkeit. Per Artikulation sind sie als Schutzbefohlene der Verantwortung gewachsen, den Planeten zu schützen. Die Dreikäsehochs müssen nun dicke Bretter schultern, aber durch ihre schweren Schulranzen sind sie dies bereits gewohnt. Ihr neuer Aufgabenbereich der Weltrettung beinhaltet insbesondere die Erwachsenenbildung:

  • Belohnungsaufschub: Wer heute alles verbraucht, hat morgen nichts mehr zum Leben
  • Die Grundlagen-Grundlage: ohne Lebensgrundlage lebt es sich schwer
  • Handlungsprinzip: Von Greenwashing wird kein Wald sauber; die warme Luft von Lippenbekenntnissen weht die Klimagase nicht weg, und es wird nicht kühler
  • Kleinkind-Trotzigkeit: Ein Problem wird nicht kleiner, wenn man es aus Widerspenstigkeit größer macht
  • Augen-zu-Dilemma: Ebensowenig verschwindet ein Problem, wenn man die Augen verschließt
  • Die Welt ist kein Game: Im real life beseitigt kein Supertool aus dem Off die Schwierigkeiten. Keine Reset-Funktion erneuert die sensible Environment
  • Argumentationslogik: Ein minderjähriges Mädchen hat nicht Unrecht, weil es ein minderjähriges Mädchen ist

Nun bringt die anstehende Machtübernahme der Kinder unbestreitbar Vorteile mit sich: Die Rotzlöffel müssen nicht mehr Zähneputzen und ins Bett gehen. Sie werden spielerisch mit Themen wie Krieg, Nahrungsverteilung und Vermüllung umgehen.

Um es kindlich-einfach zusammen zu fassen: Das Kind muss sich am eigenen Schopf aus dem Brunnen ziehen, in das wir Erwachsene es haben fallen lassen. Als Eltern müssen wir hoffen, dass es nach unserer Rettung keine drakonischen Strafen seitens der Blagen hagelt. SUV-Verbot ist wahrscheinlich nicht zu vermeiden, aber rund um die Uhr TikTok-Videos gucken müssen, um keinen weiteren Schaden anzurichten, das wäre echt zu krass.

Illustrationsvideo

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