Trockenheit erzeugt nassforsche Diskussion, und die Hitzigkeit der Debatte erfordert eine kalte Dusche. Der Mensch benötigt Feuchtigkeit in sanitären und sexuellen Lebenslagen, während Wasser als überflüssig gilt, wenn er mit beiden Beinen im Sumpf steht. Sitzen hingegen tut Menschen im Trockenen besser, weil sich eine Pfütze auf dem Stuhl nicht gut macht.

Ja, Verwässerung ist oftmals unerwünscht. Hochwasser spült die Konjunktur fort, Schwimmbad-Schrumpelhaut gilt als unsexy, und ein rotznasiges Kind wäre besser nicht feucht hinter den Ohren. Ein Ergebnis zu verwässern, kann sich hingegen lohnen; man denke an ein umgefallenes Wasserglas auf einem Zeugnis mit handgeschriebenen Zensuren (5).

Paradox: Gießt man Wasser ins Feuer, trocknet das Feuer gewissermaßen aus.

Lässt man Wasser, ist das nasse Element Antagonist; doch im Weltraum verwandelt sich der Nierensaft in einen lebenserhaltenden Protagonisten. Beim Wein aber gilt das Flüssige als gut, so es trocken. Dialektik dabei: Abgestandene Scherze lassen kein Auge trocken. Helfen nun dehydrierte Witze als paradoxe Intervention gegen Dürre im Oberstübchen? [Cliffhanger]

Wasser und Trockenluft, im Sprudelautomaten kommen sie zusammen.

Nein. Immerhin, ein Text, der lange dahin geplätschert, versiegt irgendwann. Erreicht ist das in Deutschland bestmögliche Debattenniveau, sobald der Mund ausgetrocknet und das Palaver ausgeblubbert ist. Schwüle Dieselluft, Feinstaubhäufchen, Ende.

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