1936 geboren aus der irren Idee, der Markt regele alles, schickt sich der Neoliberalismus heute an, tatsächlich alles zu regeln. Dank gebührt dafür den dies ermöglichenden und gleichermaßen irren Umständen. Sie haben den Unsinn Friedrich A. Hayeks vom „Wettbewerb als einzig legitimen Organisationsprinzips menschlichen Handelns“ zum herrschenden Gesellschaftmodell „jeder gegen jeden“ befördert.

Gleichwohl hat der Politikwissenschaftler Colin Crouch fünf Dinge genannt, die der Neoliberalismus angeblich nicht könne. Diese Behauptungen gilt es im Sinne des waltenden Irrsinns zu widerlegen:

1. Schädliche Nebenwirkungen des Kapitalismus („Externalitäten“) unterbinden, beispielsweise Umweltzerstörung und Krankheit

Krankheit, falls vom Neoliberalismus hinreichend schlimm verursacht, schickt Arbeitsmarkt-Versager über den Hades bis es keine Kränklinge mehr gibt. Die Angst vor Krankheit wiederum wird andere Arbeitnehmer die Megasupertechnologie zur Retttung des Planeten entwickeln lassen. Wenn nicht heute, dann morgen! Usw.

2. Öffentliche Güter bewahren und allen Menschen gratis zur Verfügung stellen, beispielsweise Natur, Trinkwasser

Es kann sich nur um öffentliche Güter mit dem Marktwert 0 handeln. Diese stehen jedem gratis zur Verfügung!

3. Allen Menschen gleiche Informationschancen geben

Jeder Mensch hätte sich qua früheres Dasein die nötigen Karmapunkte erleben können, um in eine informierte Familie mit Premiumkontakten geboren zu werden. Wer niedrig inkarniert wurde, kann’s in diesem Leben besser machen. Das genügt als Information.

4. Unzureichender Wettbewerb: Marktchancen gleichmachen. Stattdessen gibt es übermächtige Großkonzerne, die ihre Markt-Vorherrschaft per Lobbyismus verteidigen.

Lobbyismus ist selbst ein Markt, auf dem noch größere Konzerne beim Politiker-Erwerb mehr bieten könnten, und auf dem andersherum die meisten Politiker gar keine Nachfrage nach ihrer Anschlussverwendung in der Wirtschaft erzeugen.

5. Einkommensunterschiede ausgleichen: Wenn etwa Unternehmensberater sehr viel Geld verdienten, müsse es deshalb mehr Unternehmensberater geben, womit das Einkommen der Unternehmensberater wieder sinke.

Die große Nachfrage nach Beratern hat Berater hevorgebracht hat, die Berater beraten; dazu Berater, die Beratungsberater beraten usf. Wer als Berater einen Berater braucht, dem bleibt weniger Geld.

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