Champion der Evolution: das starke Auto

Autos machen einen zum Autor automobiler Wünsche und sind Vehikel der Erfüllung dieser. Frisch aus dem Werk bewerkstelligt ein Auto den Sieg beim Wettbewerb auf der Straße. Ein Kraftfahrzeug gewinnt jeden Unfall gegen Radfahrer und Fußgänger. (Mobilitätsfeindliche Pedisten und Veloiker kommen ohnehin nicht weit.) Bei Karambolagen zwischen Autos obsiegt die stärkere Karosse. Die natürliche Selektion dabei ermöglicht es dem Auto, für den Straßenkampf immer noch stärker zu werden. So schützt heute der gepanzerte SUV Fahrer, Familie und Biowein, indem er Billigautos samt ihrer unfitten Insassen von der Fahrbahn mendelt.

Indes schickt sich die Globalisierung an, das evolutionsgestählte deutsche Auto mit Elektro-, Klein- und Teilautos zu bedrohen. Dabei sind im Zweikampf Elektroautos schwach, Kleinwagen  genau: klein, und Car-Sharing konzentriert das Unfallrisiko der Insassen, statt es auf viele PKW zu streuen. Selbst im Unfall-Fall ist für den PS-Bewussten kein großer Schaden zu erwarten, im Gegenteil: Wer sich gegen ein volles Discountauto durchsetzt, vergrößert sein Selbstbewusstsein. Der Wagen wird zur Verlängerung des Körpers, ja: qua mentaler Repräsentation in den Körper integriert. Vermöge des gewonnenen Selbstbewusstseins fahren im individuellen Kraftfahrzeug nun drei Personen mit: me, myself and I. Wo der Mann sonst durch die weibliche Penisgrößen-Erwartung Erniedrigung erleidet und in der Folge den Weltfrieden bedroht, im Straßenverkehr erfährt er Satisfaktion. Friedensbringender Automobilist!

Diesen Segen freilich bedroht die ausländische Idee des „autonomen  Fahrens“ (vgl.: Autonome).  Der mündige Bürger am Steuer soll seiner Autonomie beraubt und zum Statisten hinter der Mahagoni-Armatur degradiert werden. Dass der Autopilot das Denken beherrscht, ist richtig; das Handeln, das Fahren aber darf sich niemand aus der Steuerhand nehmen lassen! Tod unserem deutschen Auto? eher stirbt Deutschland.